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F. Dodi & A. Zeni: Catalogo generale degli annulli meccanici italiani. Periodo: 1901-1946.

Bezug: http://www.lafilatelia.it/forum/viewtopic.php?f=92&t=29091. Der erste Beitrag im Forum enthält Links zu zwei PFD Dateien.

"FilateliCa - La Filatelia nel III Millennio" ist das Motto eines Kongresses, der vom 28. bis zum 30. September 2012 in Lavagna (Provinz Genua) stattfand. Der Kongress wird vom Internet-Forum "Filatelia e Francobolli" (http://www.lafilatelia.it) an wechselnden Orten organisiert und fand 2012 zum sechsten mal statt. Auf dem Programm standen 17 halb- bis dreiviertelstündige Vorträge und drei als Streitgespräche geführte Diskussionsrunden. Unter dem Titel "Atti del Congresso" ist eine CD mit den Folien der Vorträge erschienen. Diese CD kann zum Preis von 8,- € (bei Versand ins Ausland 9,50 € ) bei Luca Lavagnio (luca.lavagnino@alice.it) bestellt werden. Inhaltlich werden viele Bereiche der Philatelie abgedeckt: so gibt postgeschichtliche Beiträge ebenso wie Beiträge zur klassischen und thematischen Philatelie.

Mein Höhepunkt der CD - am Kongress selbst konnte ich nicht teilnehmen - waren die Folien zum Vortrag Francesco Dodi e Alessandro Zeni "Catalogo generale degli annulli meccanici italiani 1901- 1945", bei dem Alessandro und Francesco den Fortschritt bei der Arbeit an ihrem entstehenden Katalog der italienischen Maschinenstempel zeigten. Die Folien ließen mich nicht vermuten, dass der Katalog schon fertig ist, hatte Alessandro im Mai doch angedeutet, dass er noch ca. zwei Jahre Arbeit an dem Katalog haben werde. Um so überraschter war ich, als am 16. Oktober die Ankündigung erfolgte, dass der Katalog zum kostenlosen Download bereit stünde. Die Autoren weisen explizit darauf hin, dass der Katalog immer kostenlos bleiben werde und erwarten Hinweise, wenn jemand diesem Katalog verkauft.

Kostenlos heißt aber nicht, dass dieser Katalog wertlos ist - im Gegenteil: er bietet einen guten Überblick über alle im Italienischen Königreich verwendeten Werbeeinsätze. Jeder Werbeeinsatz ist abgebildet - dies unterscheidet diesen Katalog von den beiden Vorgängern: den Katalogen von Corrado Bartolomasi - 1966 erschienen - und den Brüdern Ornaghi - die letzten Ergänzungen erschienen im Jahr 2000. Dazu kommt, dass jeder Werbeeinsatz nach Seltenheit bewertet ist. Da der Katalog als PDF vorliegt, wird er sicherlich in Zukunft bei den italienischen Stempelsammlern auf den iPads erscheinen und zu den Tauschtagen mitgenommen werden. Denn hier ist er erheblich praktischer als die Vorgänger.

Die thematischen Philatelisten haben es - auch dank der Abbildungen - ebenfalls erheblich einfacher als mit den Vorgängerkatalogen, auch weil diese nur sporadisch in den Antiquariaten erhältlich sind. Denn im Dodi/Zeni sind die verschiedenen, nahezu gleich aussehenden Einsätze unter einer Nummer zusammengefasst, die bei Ornaghi in mehrere Nummern verteilt worden waren. Aber hier gibt es auch einen Ansatz für Kritik: sicherlich hatte es Ornaghi in der Diversifizierung der Katalognummern übertrieben, wenn er für eine Beschädigung in den Umrandungslinien - die bei Maschinenstempeln durchaus vorkommen - eigene Katalognummern vergibt. Wenn Dodi/Zeni nun aber Aptierungen nur in einer Fußnote zum Originalstempel behandeln, vermindern sie den Gebrauchswert des Kataloges ebenfalls. Hier ein Beispiel: Während der elften Internationalen Kunstausstellung 1914 in Venedig ist ein Werbeeinsatz mit dem Text "XI ESPOSIZIONE / INTERNAZIONALE d' ARTE / VENEZIA / APRILE - OTTOBRE 1914" verwendet worden. 6 Jahre später fand diese Kunstausstellung wieder statt - und der Werbeeinsatz wurde wieder verwendet - nachdem die XI und die 1914 aptiert wurden. Ornaghi vergibt für den aptierten Stempel - meiner Meinung nach zurecht eine eigene Nummer. Im hier besprochenen Katalog wird diese Aptierung nicht mal abgebildet, sondern nur in einer Fußnote erwähnt. Noch unglücklicher ist meines Erachtens die Entscheidung, für die einzelnen Werbeeinsätze nicht die Verwendungsorte anzugeben, welche in den Vorgängerkatalogen angegeben waren. Im Anhang ist zwar eine Liste der Postämter angegeben, welche eine Stempelmaschine eingesetzt haben, für den Heimatsammler bedeutet der Verzicht auf die Angabe der Orte bei den Werbeeinsätzen aber, dass sie sich weiterhin die Kataloge von Ornaghi besorgen müssen, um die Sicherheit zu gewinnen, welche Stempel sie für ihre Sammlung suchen müssen.

Aus der Sicht des markophilen Sammlers ist es bedauerlich, dass die Verwendungszeiten in eine eigene Tabelle im Anhang verbannt worden sind, mal sehen, ob dies in einer der nächsten Versionen geändert wird. Diese nächste Version ist schon - obwohl seit der Veröffentlichung erst einige Tage vergangen sind - schon angekündigt. Denn die ersten Korrekturen sind bei den Autoren schon eingetroffen. Hier hat das digitale Publizieren durchaus Vorteile: eine korrigierte Neuauflage verursacht den Autoren und Herausgebern keine zusätzlichen Kosten. Wie sich die Philatelie im dritten Jahrtausend entwickeln wird, ist schwer vorherzusagen - die italienische Markophilie hat mit diesem Werk sicherlich die ersten Hürden genommen. Was am meisten Hoffnung gibt ist das Alter der beiden Autoren: das Durchschnittsalter liegt deutlich unter 35, sodass wir für die nächsten Jahrzehnte mit weiteren interessanten Werken rechnen dürfen - einer der ersten Kommentare im Forum fragt nämlich schon nach, wann es den zweiten Band - die Republik - geben würde. (SFJ)