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Beweisführung für Duplexstempel

Poststempel sind - auch wenn wir Stempelsammler das manchmal denken - kein Selbstzweck. In der Vormarkenzeit dienten die Stempel - genau wie handschriftlicher Postvermerke - der Kontrolle (z.B. des Laufweges und der Laufzeit) und der Abrechnung. Die Entwertungsfunktion kommt erst mit den Briefmarken hinzu. Und wie die zahlreichen "Killerstempel" und Federzugentwertungen in aller Welt zeigen, wurde anfangs die Entwertung sogar losgelöst von den Datumsstempeln betrachtet.

Bei Stempeln stehen immer zwei Faktoren im Widerspruch zueinander: je größer die Stempelfläche ist, desto höher ist die Chance auch die Briefmarke zu treffen. Aber auch: je größer die Stempelfläche ist, um so schwerer ist es einen lesbaren, vollständigen Stempelabschlag zu bekommen. Und natürlich: je schwerer ein Stempel ist - und das Gewicht korreliert mit der Größe - desto eher ermüdet der Stempler. Wenn er mit einem kleinen Stempel 80 Abschläge die Minute schafft, sind dies mit einem größeren Stempel vielleicht nur 60.

Postmuseum in Rom: Duplex-Handstempel

Eine Lösung dieses Wiederspruchs wurde mit Duplex-Stempeln versucht - wobei der "klassische" Duplex-Stempel aus der Kombination eines Killers mit einem Datumsstempel besteht. Diese Kombinationen sind verbreitet und kommen sowohl als reine Handstempel denn auch als Handmaschinenstempel vor. Ob ein Handduplexstempel mit zwei gleichen Tagesstempeln sinn macht, wage ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls hat die italienische Post entsprechende Stempel beschafft - der Stempel auf dem Foto ist im Postmuseum in Rom ausgestellt - un augenscheinlich auch benutzt.

Mit der Einordnung des "Firenze Sezioni Riunite" als Dani-Maschinenstempel folgt Ornaghi. Die mir vorliegenden Beispiele passen zeitlich in die

Duplex Stempel vom 27.1.1908

Auf den ersten Blick sehen die beiden Stempel gleich aus. Den größten Unterschied gibt es bei den Schraubenmarken unterhalb des Stempelabschlages. Weitere Unerschiede sind z.B. der Abstand der Klammern vor dem S.

Duplex Stempel vom 3.4.1910

Auch hier sehen die beiden Stempel auf den ersten Blick gleich aus. Die Unterschiede, die es gibt, so z.B. die unterschiedliche Sternchengröße können viel wahrscheinlicher durch kleine Unebenheiten der Ablagefläche herrühren, als durch unerschiedliche Stempel. Also nehmen wir mal ein Lineal - hier durch verschiedenfarbige Linien dargestellt, legen es an verschiedenen Punkte an - und Bingo.