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Handbuch der Italien Philatelie

Lexikonvergleich

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Um dieses Handbuch zu erstellen, habe ich u.A. einige philatelistische Lexika geplündert. Für einen Italiensammler ist keines dieser Werke wirklich notwendig, die ab und an vertretene These, dass ein philatelistisches Lexikon für einen Sammler unabdingbar ist, halte ich in den Zeiten von Google und Wikipedia für weitestgehend überholt.

Der zeitgeschichtliche Kontext

Bei der Lektüre der verschiedenen Lexika fällt mit der Zeit auf, wie sehr die einzelnen Autoren Kinder ihrer Zeit bzw. ihres politischen und gesellschaftlichen Umfeldes sind. Häger und mehr noch Grallert (in der Ausgabe von 2000) thematisieren dies - Grallert ein wenig aus der Perspektive des "Überlebenden", der auf die vergangenen Differenzen zurückblickt.

Bei den für dieses Handbuch relevanten Themen (also Italien und seine Postgeschichte) fällt dies weniger auf, es gibt Einträge, wo das deutlicher wird. Das einzige Schlagwort, was mir im Bereich "Italien", aufgefallen ist, bei dem die politischen Systeme eine Rolle spielen, sind die "Auslandspostämter" , welches dann m.E. eines der wenigen für ein Italiensammler relevanten Themen ist, bei dem sich die Grallert-Ausgaben aus der DDR von denen nach der Wiedervereinigung unterscheiden. Bei anderen Themen sind die Unterschiede sehr viel größer und der Systemkonflikt deutlicher nachweisbar. Die These, dass die organisierte Philatelie in der DDR nicht frei von politischer Einflussnahme war, ist sicherlich nicht zu weit hergeholt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass es innerhalb des Kulturbundes durch geeignete Themenwahl die Möglichkeit zu weitestgehend von der Politik unbeeinflusster philatelistischer Forschung gab. Die Themenbereiche "Italien und seine Postgeschichte" scheinen dazuzugehören. Beteiligte mögen dies anders sehen.

Mehr noch als die gesellschaftlich, politisch Umbruchsituation, in der Bungerz sein Lexikon zusammenstellte, kommen dort die Sammelgewohnheiten der damaligen Zeit zu tragen. Bungerz gilt u.a. als Vorreiter der "modernen" und auch der "thematischen" Philatelie. "Moderne Philatelie" ist ein m.E. wenig geeigneter Begriff - er macht wenig deutlich, wie man sich von der "Klassischen Philatelie" (letztlich auch ein wenig sinnvoller Begriff) abgrenzt. Bei Bungerz äußert sich der "moderne Touch" darin, dass er z.B. für den markophilen Sammler die Listen den in den verschiedenen altdeutschen Staaten verwendeten Nummernstempel abdruckt. Diese Infos würde ich in einem Lexikon nicht erwarten - sie gehören m.E. in eine Spezialpublikation. Die "thematische Philatelie" äußert sich bei Bungerz darin, dass er einige Stichworte im Lexikon hat, welche sich auf die auf Briefmarken abgebildete Motive beziehen. Einträge wie Bucentaur oder Bomba würde ich in einem postgeschichtlich orientierten Lexikon nicht erwarten. Mehr stört mich allerdings, dass jeder italienische Aufdruck und jede italienische Inschrift einen eigenen Lexikon-Eintrag bekommen hat. Glücklicherweise endet das Lexikon 1921/22 - so haben es nur die ersten Nachkriegsmarken und einige Fiume-Marken in das Lexikon geschafft.